Taliban-Herrschaft: So kämpfen die wenigen Kliniken Afghanistans gegen die wachsende Not der Frauen

Für Frauen und Kinder ist die Gesundheitsversorgung in Afghanistan durch die Streichung von US-Hilfen noch schwieriger geworden. Das zeigt sich in einem der verbliebenen Krankenhäuser.

Seit dem 15. August 2021 herrschen in Afghanistan die Taliban. Sie selbst feierten den vierten Jahrestag ihrer Machtübernahme, indem sie In Kabul aus Helikoptern Blumenblätter abwarfen. Taliban-Mitglieder und -Anhänger schwenkten die schwarz-weiße Flagge des „Islamischen Emirats Afghanistan“. Einige trugen gelbe Benzinkanister mit sich – ein übliches Gefäß für hausgemachte Sprengsätze während der früheren Kämpfe gegen die westlichen Truppen im Land.

Besonders kritisch bewerten dagegen westliche Staaten die Lage für Frauen und Mädchen im Land. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte anlässlich des Jahrestages eine Achtung der Menschenrechte und insbesondere der Frauenrechte in dem Land. Er bezeichnete den 15. August 2021 als „eine schwere Zäsur“ für Frauen und Mädchen und den „Beginn eines Lebens ohne Freiheit, ohne Perspektive auf Bildung und Arbeit“. Seitdem seien die Frauenrechte und Rechte von Minderheiten immer mehr beschnitten worden. „Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – rund 23 Millionen Menschen – hat nicht ausreichend Zugang zu Nahrung, Trinkwasser oder medizinischer Versorgung.“

USAID-Streichung verschärft die Not der Frauen in Afghanistan

Und die humanitäre Lage in Afghanistan hat sich nach den Kürzungen der USA und anderer ausländischer Hilfsquellen noch weiter verschlechtert, da schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen keinen Zugang mehr zu lebensrettender medizinischer Versorgung, einschließlich Gesundheitsdiensten für Mütter und Kinder, haben. Eine aktuelle Studie in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ prognostiziert, dass die Kürzungen der USAID-Finanzmittel bis 2030 weltweit zu mehr als 14 Millionen vermeidbaren Todesfällen führen könnten, darunter 4,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren.