Ein Angeklagter gesteht seine Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24. Es sei um eine Rettungsaktion gegangen. Das Gericht hat viele Nachfragen.
Der Prozess um die Entführung der beiden jüngsten Kinder von Christina Block (52) soll heute (9.30 Uhr) mit der Befragung eines Angeklagten weitergehen. Der 36-Jährige ist neben der Hamburger Unternehmerin und einem Anwalt der Block-Gruppe der dritte Hauptangeklagte.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in der Silvesternacht 2023/24 gemeinsam mit weiteren Beteiligten den damals zehn Jahre alten Jungen und das 13-jährige Mädchen gewaltsam aus der Obhut des Vaters in Dänemark entführt zu haben.
Entführung sollte Rettungsaktion sein
Am Donnerstag hatte der 36-Jährige, der als einziger der insgesamt sieben Angeklagten in Untersuchungshaft sitzt, seine Beteiligung an der Rückholaktion eingeräumt. Er sprach von einer Rettungsaktion. Die Kinder sollten aus der Hand des bösen Vaters befreit werden. Heute sehe er das anders und glaube, dass Stephan Hensel, Blocks Ex-Mann, wahrscheinlich ein guter Mensch sei. Er bat den Vater und die Kinder um Verzeihung.
Im Anschluss stellte die Vorsitzende Richterin zahlreiche Fragen zum Ablauf des Geschehens. Sie will ihre Befragung fortsetzen. Danach können die Staatsanwaltschaft, der Anwalt des Vaters als Nebenkläger und die Verteidiger Fragen stellen.
Seit elf Monaten in Haft
Der Israeli war Ende September vergangenen Jahres auf Zypern verhaftet worden und sitzt seit November in Hamburg in Untersuchungshaft.
Christina Block hat in einer langen und detaillierten Erklärung vor Gericht den Vorwurf, sie habe die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben, zurückgewiesen. Der Israeli hat zu diesem Punkt keine Angaben gemacht. Er habe Christina Block nur einmal aus der Entfernung am Eingang ihres Hamburger Hotels gesehen, wenige Tage vor der Tat.